Fühlen Sie sich ständig müde, obwohl Sie ausreichend schlafen? Das chronische Erschöpfungssyndrom (CFS) betrifft immer mehr Menschen und ist oft nicht einfach zu behandeln. Wissenschaftler haben jedoch eine vielversprechende Entdeckung gemacht: Eine Therapie mit rotem und infrarotem Licht kann einige der schlimmsten Symptome dieser Erkrankung lindern.
Was ist das chronische Erschöpfungssyndrom?
CFS äußert sich in extremer Müdigkeit, die auch durch langen Schlaf nicht behoben werden kann. Menschen mit diesem Syndrom leiden häufig unter Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen und haben Konzentrationsschwierigkeiten. Die Ursachen sind nicht ganz klar, aber oft handelt es sich um eine Kombination aus geschwächtem Immunsystem, gestörter Energieproduktion in den Zellen und lang anhaltenden Entzündungen.
In den letzten Jahren wird CFS häufig auch mit einer COVID-19-Erkrankung in Verbindung gebracht, die das Immunsystem und das Nervensystem langfristig beeinträchtigen kann.
Wie kann rotes Licht helfen?
Die Therapie mit rotem und infrarotem Licht (sog. Photobiomodulation) nutzt bestimmte Wellenlängen des Lichts, die tief in das Gewebe eindringen. In den Zellen stimulieren sie die Mitochondrien – die „Energiezentren“ des Körpers – zu einer höheren Produktion von ATP, also Energie.
Dadurch kann das rote Licht:
die Energie auf zellulärer Ebene steigern
Entzündungen lindern und damit Schmerzen lindern
das Immunsystem stärken
die Schlafqualität und geistige Klarheit verbessern
- Linderung von Muskel- und Gelenkschmerzen
Was sagt die Wissenschaft dazu?
Untersuchungen der letzten Jahre bestätigen, dass die Photobiomodulation reale biologische Wirkungen hat.
So beschrieb beispielsweise ein Team von Wissenschaftlern der Harvard University (Hamblin, 2018), dass rotes Licht das Enzym Cytochrom-C-Oxidase in den Mitochondrien aktiviert, was die Zellatmung und Energieproduktion verbessert.
Weitere klinische Studien zeigen, dass die Rotlichttherapie Schmerzen und Entzündungen bei Menschen mit chronischen Schmerzen lindern kann (Photomedicine and Laser in Medicine, 2012) und die kognitiven Funktionen und die Stimmung verbessern kann (Frontiers in Neuroscience, 2016).
Neue Forschungen untersuchen sogar den Einfluss von rotem Licht auf „Gehirnnebel“ und Erschöpfung nach einer COVID-19-Erkrankung. Auch wenn es sich dabei noch nicht um eine Behandlung im eigentlichen Sinne handelt, sind die Ergebnisse sehr vielversprechend.
Sichere und nicht-invasive Methode
Die Photobiomodulation gilt als sichere, nicht-invasive Therapie, die als Ergänzung zur klassischen Behandlung eingesetzt werden kann. Bei regelmäßiger Anwendung hilft sie nicht nur Menschen mit CFS, sondern auch bei Rücken- und Gelenkschmerzen, nach Verletzungen oder bei der Regeneration nach dem Sport.
Fazit
Rotes und infrarotes Licht ist nicht nur ein moderner Wellness-Trend. Dank seiner entzündungshemmenden und energiespendenden Wirkung ist es ein vielversprechender Weg für Menschen, die mit chronischer Müdigkeit zu kämpfen haben.
Den vollständigen Artikel finden Sie hier:
ROTES INFRAROTLICHT UND CHRONISCHES MÜDIGKEITSSYNDROM
Quellen:
Wood MS, Halmer N, Bertolli J, Amsden LB, Nugent JR, Lin J-MS, et al. (2024) Auswirkungen von
COVID-19 auf die Prävalenz von myalgischer Enzephalomyelitis/chronischem Erschöpfungssyndrom-ähnlichen Erkrankungen: Eine
Querschnittsuntersuchung. PLoS https://doi.org/10.1371/journal.pone.0309810
Goldenberg D. L., How to understand the overlap of long COVID, chronic fatigue
syndrome/myalgic encephalomyelitis, fibromyalgia and irritable bowel syndromes, Seminars
in and Rheumatism, Band 67, 2024, 152455, ISSN 0049-0172, https://doi.org/10.1016/j.semarthrit.2024.152455.
Quelle: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0049017224000957
Hamblin, M.R. Mechanisms Photobiomodulation. Photochem. and Mitochondrial Redox Signaling in Photobiol. 2018, 94, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29164625/
Fernandes KP, Souza NH, Mesquita-Ferrari RA, Silva DF, Rocha LA, Alves AN, Bussadori SK
(2015) Photobiomodulation mit 660-nm- und 780-nm-Laser auf aktivierten J774-Makrophagen-ähnlichen Zellen
: Wirkung auf M1-Entzündungsmarker. J Photochem Photobiol B 153:344–351. Quelle:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26519828/




